Johann Sebastian Bach – Organ compositions 2

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Johann Sebastian Bach – Organ compositions 2

Artist (grup, formaţie etc.):
Johann Sebastian Bach
Categorie (gen):
muzică simfonică (clasică)
Orchestra(e):
Herbert Tachezi An der Silbermannorgel Der Kathedrale zu Dresden
Casa de discuri:
Eterna
An:
1984
Cod casa de discuri:
Stereo, DMM, 725 012 \ E3 1 250 12
Ţara:
made in the German Democratic Republic
Producător(i):
co-Produktion mit Teldec Schallplatten G.m.b.H.. Hamburg/BRD
Regia artistică:
Hans Bernhard Bätzing
Maestru(i) de sunet:
Siegbert Ernst
Transpunere pe disc:
Michael de Maiziere
Grafica:
foto - Hansjoachim Mirschel
Tiparul:
LithoErafie und Druck - VEB VMW "Ernst Thälmann", Werk Gotha-Druck

61 lei

1 în stoc

Descriere Produs

occata, Präludium und Fantasie sind musikalische Bezeich­nungen, die bis in die Frühzeit des Spiels auf Tasteninstru­menten im 14./15. Jahrhundert zurückreichen. Mit Hilfe dieser „freien Formen” soll eine Tonart festgelegt oder auf ein bestimmtes Stück hingewiesen werden. Dabei ist es zunächst weitgehend dem improvisatorischen Geschick des ausführenden Musikers überlassen, in welcher Art solche Vorspiele gesetzt oder gestaltet werden. Erst im Laufe des 17. Jahrhunderts bildet sich das „Praeludium vor sich selbst” heraus; es entstehen Werke, die nicht mehr bloß einem äußeren Zweck dienen, sondern die „Compositiones” mit eigenem Anspruch und eigener Aussage sein wollen. Geblieben aber ist der Toccata, dem Präludium und der Fantasie bis zum Zeitalter Johann Sebastian Bachs die Freizügigkeit in der Wahl der musikalischen Mittel. So erklären sich auch die verschiedenen Überschriften, die manche dieser Werke in den alten Handschriften tragen: das gleiche Stück wird hier Toccata, dort Präludium und drittenorts Fantasie genannt.

Die sich während des 16. Jahrhunderts herausbildende Fuge ist in Themenwahl und Stimmenzahl dagegen streng ge­arbeitet. Geprägt wird die Fuge vor allem durch ein charakteristi­sches Thema, das in jeder Stimme zumeist nach einer Pause oder nach einem Zwischenspiel deutlich vernehmbar auftritt und kontrapunktisch weitergeführt wird. In der Struktur der Thema-Durchführung, in der Erfindung der Kontrapunkte, in Länge, Dichte und Dynamik aber ist auch die Fuge „frei”; das „Strenge” liegt also lediglich im konsequenten Festhalten an dem einmal gewählten Aufbau, in der strikten Beachtung des vom Komponisten selbst für jede Fuge neu geschaffenen Gesetzes.

Im Schaffen Johann Sebastian Bachs seit einer Weimarer Zeit stehen sich Toccaten, Präludien, Fantasien und Fugen gegenüber; das „Freie” und das „Strenge” bilden jeweils eine sinnvolle musikalische Einheit. Es erwächst eine spürbar höhere Qualität, eine weitaus größere Ausdrucksstärke, als sie jedem der Werke einzeln innewohnt. Die drei Werkpaare auf dieser Schallplatte gehören zu den größten und bekanntesten Orgel­kompositionen dieser Art von Johann Sebastian Bach.

Bei Toccata und Fuge d-moll BWV 565 lassen sich Bachs Beziehungen zur norddeutschen Orgelkunst erkennen. Besonders auffallend ist der Rückgriff auf die Toccata nach dem Verklingen der Fuge. Dieses Werk aus Bachs früher Schaffenszeit erinnert an die großen Toccatenfugen von Dietrich Buxte-hude. Bach hatte 1705/06 Buxtehude in Lübeck besucht und dort viele Anregungen erhalten. Über allem jugendlichen Schwung, virtuosen Glanz und harmonischen Effekt aber waltet bereits ein tiefer, packender Ernst. So erscheint es durchaus gerechtfertigt, die „d-moll-Toccata” auf der großen Dresdner Silbermannorgel darzubieten. Diese Orgel unterscheidet sich gerade in ihrem majestätischen Vollklang stark von den „schlank” und „farben­reich” klingenden norddeutschen Orgeln aus der Zeit um 1700.

Präludium und Fuge Es-dur BWV 552 rahmen die Choralvorspiele und Duette des Dritten Teils der Clavier-Übung von 1739 ein. Auch hier sind mächtiger Vollklang und erhabene Festlichkeit ganz offensichtlich von Bach gewünscht; die letzte Orgel von Gottfried Silbermann vermag dieses Anliegen zu realisieren. Das Präludium besitzt den Charakter einer Orchester­ouvertüre; die Fuge weist drei Themen auf, die in drei Einzel­fugen durchgeführt werden, wobei jedoch das erste Thema auch in der zweiten Fuge präsent ist und in der dritten das gesamte Werk zum triumphalen Abschluß bringt.

Fantasie und Fuge g-moll BWV 542 werden mit Bachs Reise nach Hamburg 1720 in Verbindung gebracht; es handelt sich also um einen erneuten Bezug zur norddeutschen Orgelkunst. Bach hatte sich an der Hamburger Jacobikirche als Organist beworben. Die Fantasie eilt in ihrer kühnen und konsequenten harmonischen Anlage weit ihrer Zeit voraus. Das Thema der Fuge dagegen knüpft an ein niederländisches Volkslied an. Damit wollte Bach Jan Adam Reinken, dem aus den Niederlanden stammenden Senior der Hamburger Organisten, seine Reverenz erweisen. Die g-moll-Fantasie setzt enharmonische Verwechslung voraus; dieses Werk ist daher nur auf einer Orgel in moderner Stimmungsart darstellbar. An der Silber-mannorgel in der Dresdner Kathedrale wurden mehrfach Stimmungsart und Stimmungshöhe verändert. Heute erklingt die Orgel bei gleichstufiger Temperierung im Kammerton a1 = 440 Hz.

Unter einer Passacaglia versteht man ein Variationswerk über einem ständig wiederkehrenden dreizeitigen Thema im Baß. Bachs Passacaglia zählt 20 Anführungen des achttaktigen Themas, das aber nur 15mal im Baß zu finden ist. In der 11. und 12. Variation erscheint es im Sopran, in der 13. im Alt, und die beiden folgenden Variationen lösen es in Figurationen auf, . deren tiefste Töne dem Gang des Themas entsprechen. Durch dichter werdende Kontrapunkte, durch Akkordik, Triolen-bewegung und Fünfstimmigkeit ergibt sich in den letzten Variationen eine derartige Steigerung, daß der angestaute Klangstrom nicht mehr schlechthin in einer Schlußkadenz gefaßt werden kann, sondern in einer Fuge über die ersten vier Takte des Passacaglia-Themas seine Lösung findet. Die am Ende der Fuge eintretende abermalige Steigerung gipfelt in einem neapolitanischen Sextakkord: eine der glanzvollsten, bewegendsten.

Stellen in der gesamten Musikliteratur. Der Generalpause folgt ein kurzer, im strahlenden C-dur schließender feierlicher Abgesang. – Ein Variationswerk für Orgel lockt natürlich zu möglichst farbiger, abwechslungsreicher Registrierung. Die unterschiedlichen Charaktere der einzelnen Variationen möchten durch unterschiedliche Registrierungen noch hervorgehoben werden. Bei dieser Einspielung wurde anders verfahren: ein Plenumklang wird beibehalten; nicht die Klangfarbe, sondern nur der musikalische Ablauf soll sich verändern.

Herbert Tacbezi, geboren in Wiener Neustadt, studierte an der Musikhochschule Wien Orgel, Klavier, Komposition und Musik­pädagogik, später in Freiburg i. Br. bei Fritz Neumeyer Cembalo.

Besonders als Organist und Cembalist entfaltet Tachezi eine reiche Konzerttätigkeit in vielen europäischen und außereuro­päischen Musikzentren. Bekannt wurde er außerdem durch seine Mitwirkung im Concentus musicus, Wien, unter Nicolaus Harnoncourt.

Zahlreiche Schallplatteneinspielungen sowie eine beachtenswerte Herausgeber- und Schriftstellertätigkeit zeugen ferner von Tachezis intensiver Auseinandersetzung mit historischer Musik.

Winfried Schrammek (1986)

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Seite l
Toccata und Fuge d-moll BWV 565 8:27
Adagio – Prestissimo – Fuga – Recitativo -Presto – Adagio – Vivace – Molto adagio
Präludium und Fuge Es-dur BWV 552 8:47 6:53
Präludium
Fuge

Seite 2
Präludium (Fantasie) und Fuge g-moll BWV 542 5:47 6:06 12:36
Fantasie
Fuge
Passacaglia c-moll BWV 582

Herbert Tachezi an der Silbermannorgel der Kathedrale zu Dresden (ehemalige Katholische Hofkirche)
Musikregie: Hans Bernhard Bätzing
Tonregie: Siegbert Ernst
Aufgenommen 1984
Co-Produktion mit Teldec Schallplatten G.m.b.H..
Hamburg/BRD

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